Thema Wetter 4.0 - Handwerkerverein Viechtach

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Bildung > Schulprojetkte > Schuljahr 2015
Mittelschüler erforschen das Wetter

Ganztagesklasse präsentierte ihre diesjährige Umweltausstellung – Exponate in der Grundschule
von Tina Steimle


Der Luftdruck hält das Wasser im Glas: 
Projektbetreuer Alois Pinzl (v.l.) mit den Schülern Jordan Bube, Daniel Flierl, Jonathan Gierowski, Leon Helbig und (kniend) Oliver Gierowski. − Foto: Steimle

Sonne, Wind und Wasserkraft machen gemeinsam das Wetter – wie diese drei als Energieträger zusammenwirken, damit hat sich die offene Ganztagesklasse der Mittelschule seit Oktober beschäftigt. Gestern wurde die Umweltausstellung "Wetter – jeder fühlt es!" eröffnet. Noch bis zu den Pfingstferien werden die 67 Plakate und Exponate aufgrund der Umbaumaßnahmen an der Mittelschule im Obergeschoss der Grundschule ausgestellt.
Hygrometer, mit denen sich anhand von Zapfen oder eines Haares die Luftfeuchtigkeit bestimmen lassen, eine Wetterstation mit einem selbstgebauten Regenmesser, ein Luftdruckauto, ein solarbetriebenes Flugzeug und ein Windkraftwerk in Miniaturformat – all das haben die 25 Schüler der fünften bis neunten Klasse zusammengebaut und ausprobiert. "Eigentlich wollten wir auch einen Frosch ausstellen, doch wir haben die Rechnung ohne die Kollnburger Laubfrösche gemacht", sagte Projektbetreuer Alois Pinzl, der jeden Dienstag die Schüler seit acht Jahren für zwei Stunden ehrenamtlich betreut, mit einem Augenzwinkern. Drei Stunden lang habe sich eine Schülerin auf die Lauer gelegt, aber keinen fangen können. "Wahrscheinlich sind uns die Frösche ganz dankbar." So musste die siebte Umweltausstellung ohne lebende Tiere auskommen.


Kreativität ist gefragt: Jeder Schüler entwarf ein Logo für die Ausstellung, so auch (v.l.) Antonia Rose, Emily Lippl und Alexander Hauptmann.

Die Idee zum Thema, erklärte Pinzl, sei ihm bei einem Schülerausflug nach St. Englmar im vergangenen Jahr gekommen. "Am Morgen stand wegen des Wetters nicht fest, ob wir fahren können." Der Himmel klarte auf, Wind, Regen und Sonne blieben aber dennoch Thema an diesem Tag.
"Mir ist es immer wichtig, dass es den Schülern Spaß macht, es soll nachhaltig sein und letztlich auf das Leben vorbereiten", sagte Pinzl. Lernziele wurden definiert und mit Inhalten, Kenntnissen und Fertigkeiten verwoben. "Hoch im Kurs standen besondere Wettererscheinungen" und auch die Tatsache, "dass man mit Haaren und zwei Luftballons ein Gewitter erzeugen kann".


Präsentierten die Exponate: (v.l.) Jonathan Gierowski, Leon Helbig, Lena Altmann, Jordan Bube und Daniel Fierl.

"Besonders viel Spaß hat es gemacht, das Wasser-Luftdruckauto zu bauen", sagt Sechstklässler Jordan Bube, aber einfach sei es nicht gewesen. "Der Schlauch ist am Anfang immer rausgerutscht und wir mussten es nochmal von Neuem zusammensetzen", erklärt Leon Helbig. Lena Altmann hat sich gemeinsam mit einer Freundin um das Solarflugzeug gekümmert. "Das war nicht so schwer, in einer halben Stunde waren wir fertig." Nur von den Flugkünsten ist die Sechstklässlerin noch nicht ganz überzeugt.
Doch die Mittelschüler sollen nicht nur naturwissenschaftliche Phänomene verstehen, auch Kreativität und Teamfähigkeit sind Alois Pinzl und seinen beiden Mitbetreuern Rosemarie Kellermeier und Robert Koller wichtig. Antonia Rose hat beispielsweise das Logo gezeichnet, das am Schluss für die Ausstellung ausgewählt wurde. Auch Alexander Hauptmann ist kreativ geworden und hat einen Wetterfrosch gezeichnet, der nun für den fehlenden echten Frosch einspringt.
Nicht nur für die Experimentierkästen, auch für die zahlreichen Stifte, mit denen die Plakate gezeichnet werden, "benötigen wir mehrere 100 Euro", sagte Alois Pinzl und dankte darum nicht nur Grundschul-Rektorin Katharina Wenig und der Stadt Viechtach für die Räumlichkeiten, sondern auch den Sponsoren, darunter die Banken und zahlreiche Firmen aus dem Umkreis. Freundliche Worte fand er auch für Mittelschul-Leiterin Ida Kärtner, die trotz Umbau immer ein offenes Ohr für seine Anliegen habe.
"Das Salz in der Suppe" sei Alois Pinzl für die Schule, sagte Kärtner und hoffte, dass die nächste Ausstellung in der neu gestalteten Aula ihrer Mittelschule stattfinden könne. Die Sanierung wolle man im Übrigen als Umweltschutzthema aufnehmen. Kärtner betonte, dass die Mittelschule Viechtach "schon seit Jahren in der Umwelterziehung aktiv ist", nicht umsonst trage man zum vierten Mal den Titel "Umweltschule in Europa". Ähnlich wichtig sei das Thema auch für die Grundschule, wie Rektorin Katharina Wenig erklärte. Mit den Dritt- und Viertklässlern werde man die Ausstellung im eigenen Haus durchgehen.
Josefa Schmid, die Bürgermeisterin von Kollnburg, sagte, dass auch die umliegenden Gemeinden die Sanierung der Mittelschule anteilig mitfinanzieren, schließlich besuchen 60 Kinder aus ihrer Gemeinde die Schule.
Mit Vize-Landrat Helmut Plenk war sich Schmid einig, dass die Ausstellung besonders gut zum Frühjahr passe. Wenn er sich ansähe, wie viel Müll bei den Rama dama-Aktionen zusammengetragen werde, müsse man sagen: "Mit der Umwelterziehung kann man nie früh genug anfangen."





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