JHV 16/17 - Handwerkerverein Viechtach

Counter/Zähler
Direkt zum Seiteninhalt
Verein > Hauptversammlungen
Handwerker suchen weiterhin ein Grundstück

Verein setzt auf Förderung der beruflichen Bildung – Vorstand will Jugend besser einbinden
Stefan Schiller zum Ehrenmitglied ernannt
von Schedlbauer E.


Um die Geschicke des Handwerkervereins kümmern sich (v.l.) Vorstand Alois Pinzl, stellvertretender Vorstand Karl-Heinz Pledl, Schriftführer Thomas Schmelmer, Kassier Horst Knötig, Webmaster Stephan Multerer.

Der umtriebige Vorstand des Handwerkervereins Viechtach, Alois Pinzl jun., spricht von einem arbeitsintensiven, ereignisreichen und spannenden Vereinsjahr, wenn er auf die Aktivitäten des Handwerkervereins im vergangenen Jahr zurückblickt.

Und dies tat er ausgiebig bei der Jahreshauptversammlung des Traditionsvereins am Sonntagabend im Blossersberger Keller, zu der gut 40 Mitglieder sowie der stellvertretende Landrat Erich Muhr, Bürgermeister Franz Wittmann mit seinem Stellvertreter Hans Greil und einige Stadt- und Kreisräte seiner Einladung gefolgt sind. Nach dem Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder trug Schriftführer Thomas Schmelmer eine Auflistung von 183 im Jahr 2016 abgearbeiteten Terminen vor, von denen Pinzl im Anschluss daran noch einige herausgriff und darüber ausführlich berichtete.
Lob und Kritik vom Vorsitzenden Unter dem Motto, "Handwerk trifft Politik" organisierte der Handwerkerverein ein Treffen im Haus des Handwerks, bei dem Kommunalpolitiker und Handwerker mit dem Ministerialdirigenten im Wirtschaftsministerium Dr. Gert Bruckner und dem Leiter des Straßenbauamtes Robert Wufka über infrastrukturelle Themen diskutierten. Dass diese politischen Gespräche durchaus auch erfolgreich sein können, machte Pinzl an früheren Treffen fest, bei denen mit dem damaligen Wirtschaftsminister Martin Zeil über die Reaktivierung der Bahnstrecke oder mit dem Umweltminister Marcel Huber über das Energieförderprogramm "10000 Häuser" diskutiert wurde.

Als eine weitere zentrale Aufgabe des Handwerkervereins beschrieb Pinzl die Förderung der beruflichen Bildung und nannte dazu das Engagement an der Viechtacher Mittelschule, die mit dem vom Handwerkerverein unterstützten Umweltprojekt: "Wetter – jeder fühlt es" den Titel "Umweltschule in Europa" verliehen bekam und zugleich mit dem Bürgerenergiepreis ausgezeichnet wurde, worauf auch Fernsehanstalten aufmerksam wurden. Mit der Vermittlung von Praktikumsplätzen und einer Lehrstellenbörse auf der von Stephan Multerer aktuell gehaltenen Homepage will der Verein seinen Beitrag zum Fachkräftemangel im Handwerk leisten.

Dazu gehörten im abgelaufenen Jahr zahlreiche Vorträge über die wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks und die Vernetzung mit den Schulen genauso wie die Führungen von Schülergruppen im "Haus des Handwerks". Dafür wurde besonders dem Ehrenvorsitzenden Alois Pinzl sen. gedankt, der im vorigen Jahr 462 Besucher in "seinem" Handwerkermuseum empfangen hat.

In seinem Jahresrückblick listete Vorstand Pinzl die sehr gut besuchten Gesellschaftstage auf, blickte auf das erfolgreiche Preisschafkopfen zurück, freute sich wegen der Beteiligung am Bürgerfest mit der Kinderspielstraße über das von vielen Seiten erhaltene Lob und erinnerte an die Aktion beim Kinderferienprogramm, bei der vom Verein ein Nachmittag mit Pferden organisiert wurde. Ein besonderes Lob erhielt Klaus Zinnöcker für seinen Einsatz, Werbepartner für die Handwerkerzeitung "Blickpunkt Handwerk" zu akquirieren, die bereits zum 20. Male herausgegeben wurde.

Auch kritische Anmerkungen gab es vom Vorsitzenden bei seinem Bericht. So stellte er die Fortführung des Oktoberfestes in Frage – "wenn die Besucherzahl weiterhin rückläufig ist, müssen wir das Konzept neu überdenken" – und fand deutliche Worte für die "nicht zufriedenstellende" Beteiligung der Junghandwerker am Vereinsgeschehen, was absolut verbessert werden muss. Pinzl formulierte daraufhin auch gleich einige Ziele. Mit der Bewerbung für den Bierausschank beim diesjährigen Bürgerfest will er Aufgaben schaffen, bei denen die Junghandwerker besser eingebunden werden können und damit der Zusammenhalt gefördert wird.

Außerdem sei man weiterhin auf der Suche nach einem Grundstück für die Errichtung eines Gebäudes, in dem das Inventar des Handwerkervereins sinnvoll untergebracht werden könne. Die Vorstandschaft denkt dabei an ein stadtnahes Grundstück mit einer Größe zwischen 300 und 400 Quadratmeter. Als drittes Ziel nannte Pinzl, dass sich das "Haus des Handwerks" als regionales Museum etablieren muss.

Bevor Alois Pinzl zum Schluss seiner Ausführungen die Mitglieder dazu aufrief, dass sie sich wieder mehr an den bekannt gegebenen Terminen beteiligen sollen, gab er noch einen Überblick über die Vereinsstatistik, die darüber Aufschluss gab, dass von den derzeit 326 Mitgliedern 14 Ehrenmitglieder sind. Fünf Neue konnte der Verein im Berichtsjahr aufnehmen, von denen die Schülerin Madeleine Oischinger (13) und der Elektrolehrling Shahab Hashemi (22) anwesend waren und von den Mitgliedern mit Applaus willkommen geheißen wurden.

Von einem "finanziell guten Jahr" berichtete im Anschluss Kassier Horst Knötig, der nach der Auflistung der Einnahmen und Ausgaben im Vereinsjahr einen positiven Kassenabschluss vortragen konnte. Die Kassenprüfer Günther Klein und Stefan Schiller attestierten "beste Kassenführung" und somit wurde der Vorstandschaft auf Vorschlag Kleins einstimmige Entlastung erteilt.

In seinem Grußwort lobte Bürgermeister Franz Wittmann die Mitglieder wegen ihrer Treue zum Verein und machte an den Beispielen Kinderspielstraße und Ferienprogramm fest, was der Verein für die Stadt leistet. Aber auch die Stadt sei nicht untätig. So wies der Bürgermeister darauf hin, dass im vergangenen Jahr in verschiedene Baumaßnahmen über 7 Millionen Euro in der Stadt investiert wurden, aber leider von Viechtacher Firmen oftmals keine Angebote vorgelegen hätten.
Mehr Beteiligung an Ausschreibungen zum Dauerthema B85 meinte das Stadtoberhaupt, dass es an der "Rehaukreuzung" eine Zukunftslösung geben müsse, die von allen getragen würde und dass die Befahrbarkeit der Riedbachbrücke ein noch viel drängenderes Problem wäre, an dem das Straßenbauamt mit Hochdruck arbeitet.
Als "Motor unserer Wirtschaft" bezeichnete stellvertretender Landrat Erich Muhr das Handwerk. Er freute sich darüber, dass es im "Arberland" so viele Handwerksbetriebe gebe. Muhr lobte die Ausbildungsbereitschaft und hob die besondere Stellung der Handwerksbetriebe für die Flüchtlingsintegration heraus.

Es folgte ein Ausblick auf das Jahr 2017, zu dem Vorstand Alois Pinzl wieder zahlreiche Termine bekannt geben konnte. Besonders warb der Vorsitzende für die Teilnahme am Vereinsausflug, der mangels Interesse im vergangenen Jahr abgesagt werden musste.

Mit dem Spruch auf der Gründungsfahne, bei dem um Gottes Segen für den Verein und seine Arbeit gebeten wird, schloss Pinzl die Versammlung.



Geehrte und Gratulanten beim Handwerkerverein: (v.l.) stv. Landrat Erich Muhr, das neue Ehrenmitglied Stefan Schiller, Erwin Schürzinger, Hans Traimer (beide 40 Jahre Mitglied), August Kastl (50 Jahre), Vorsitzender Alois Pinzl und Bürgermeister Franz Wittmann, der die Viechtacher Handwerksbetriebe zur Abgabe von Angeboten bei öffentlichen Ausschreibungen der Stadt ermunterte. − Fotos: Schedlbauer

Zurück zum Seiteninhalt