2015 - Erwin Huber - Handwerkerverein Viechtach

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Politisches Gespräch im Haus des Handwerks 2015

Gesprächs-Gast:   



Erwin Huber

Erwin Huber (* 26. Juli 1946 in Reisbach) ist ein deutscher Politiker der CSU. Er war von September 2007 bis Oktober 2008 Parteivorsitzender der CSU und von 1994 bis 2008 in verschiedenen Funktionen Mitglied der Bayerischen Staatsregierung.


Erwin Huber macht den Handwerkern Mut


Ehemaliger Minister und CSU-Chef war am 12.06.2015 auf Einladung von Alois Pinzl beim Viechtacher Handwerkerverein
von Jörg Klotzek
 
 
Klare Fingerzeige, worüber er mit seinem Gast reden will, gab gestern Nachmittag (v.r.) Handwerkervereins-Vorsitzender Alois Pinzl dem ehemaligen CSU-Chef Erwin Huber im Beisein von Handwerkskammer-Vizepräsident Richard Hettmann, stellvertretendem Landrat Erich Muhr, 2. Bürgermeister Hans Greil und Unabhängigen-Fraktionssprecher Gust Wanninger. − Foto: Klotzek

 
Bereits zum dritten Mal ist gestern Erwin Huber einer Einladung des Handwerkervereins Viechtach gefolgt, um mit Handwerkern und Kommunalpolitikern über deren Anliegen zu diskutieren. 2004 war Huber als Leiter der Staatskanzlei im Haus des Handwerks, 2006 als Wirtschaftsminister und jetzt als Vorsitzender des Landtags-Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr. Gut zwei Stunden lang debattierte er mit Handwerker-Vorstand Alois Pinzl sowie mit knapp zwei Dutzend weiteren Personen.
Als "Freund des Handwerks" stellte Alois Pinzl, zugleich Stadtrat und stellvertretender Obermeister der Kaminkehrerinnung, den Gast aus Reisbach bei Dingolfing vor. Man wolle mit Erwin Huber über Fragen der Energiewende und die Infrastruktur im Landkreis sprechen, sagte der Vorsitzende des 340-Mitglieder-Vereins. Konkret wollte Pinzl Aussagen zur Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen in der energetischen Gebäudesanierung, zur Beibehaltung des Handwerkerbonus für eigengenutzen Wohnraum und für eine Förderung von Beratungsleistungen zum Energieeinsparen.
Erwin Huber erklärte aus landes- und bundespolitischer Sicht den Grund für manche Entscheidungen und versuchte, Verständnis dafür zu wecken. Im Gegenzug sah er "große Chancen" für das Handwerk angesichts des derzeitigen Trends von Kapitalanlegern hin zu "Betongold", also zum Immobilienerwerb als Geldanlage. In diesem Zusammenhang kündigte der ehemalige Wirtschaftsminister eine Initiative der jetzigen Amtsinhaberin Ilse Aigner an, die in wenigen Tagen ein "10000-Häuser-Programm" (siehe auch Zahl des Tages) vorstellen werde. Der Freistaat werde "eine beträchtliche Summe in die Hand nehmen", um neue Technologien zur Effizienzsteigerung und Energieeinsparung in Wohnhäusern zu fördern.
Zur Energiewende generell war Huber sicher, dass diese gelingen werde und auch "größere Stromleitungen nach Bayern kommen werden". Die Windkraft werde die bedeutendste regenerative Energiequelle in Deutschland werden, der Strom müsse vom Norden nach Süden.
Weiterer großer Punkt in der Diskussion war die Infrastruktur im Landkreis. Huber entgegnete auf Kritik, die Breitbandversorgung im Bayerwald sei zu schlecht für die Wirtschaft, dass hier seitens des Landes große Mittel eingesetzt würden. Man werde bald schon erste Erfolge sehen. Er schränkte aber auch ein, dass die angestrebten Leitungskapazitäten wohl schnell nicht mehr ausreichen werden, angesichts der digitalen Revolution vor allem in der Industrie.
Neben dem Fachkräftemangel und der Integration von Asylbewerbern spielte das Straßennetz im Landkreis eine große Rolle. Massiv monierten Vize-Landrat Erich Muhr, Handwerker-Chef Alois Pinzl und Rehau-Werkleiter Albert Dirnberger den schlechten Ausbauzustand von B11 und B85. Doch ausgerechnet hier konnte Optimist Huber den Anwesenden relativ wenig Mut machen. Der Erhalt der Straßen sei in der Vergangenheit vernachlässigt worden, räumte Huber ein. Jetzt fließe zwar von Bund und Land viel Geld in den Straßenbau, doch sei der Nachholbedarf enorm, so dass wohl selbst die zusätzlichen Mittel über Jahre hinweg diesen Bedarf nicht decken werden.




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