Papierfabrik Teisnach - Handwerkerverein Viechtach

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Vom nassen Brei zum trockenen Papier

Handwerker-Verein Viechtach besichtigte die Papierfabrik Pfleiderer

Die Reihe der Betriebsbesichtigungen setzte der Handwerkerverein Viechtach bei der Papierfabrik Pfleiderer in Teisnach fort.
„In der hoch technisierten Fabrik arbeiten über 200 Beschäftigte. Sie ist somit einer der größten Arbeitgeber in der Region, nicht nur aus diesem Grund ist das Unternehmen nicht mehr wegzudenken“, betonte Handwerker-Vorstand Franz Wittmann, der zusammen mit Produktionsleiter Heinz Fuhrmann über 40 Interessierte begrüßen konnte.

Produktionsleiter Heinz Fuhrmann, Produktionsassistent Sebastian Arnold, Werner Schlagintweit (verantwortlich für Controlling und EDV) und Karl Augustin (verantwortlich für Marketing) erklärten in drei Gruppen nicht nur den Produktionsablauf, sondern auch die unterschiedlichen Arten der Papierherstellung auf höchstem Niveau.
Zunächst berichteten die Papiertechniker aus der Historie. Werner Gustav wollte die Fabrik 1881 in Viechtach errichten. Dort wollte man allerdings den Betrieb nicht haben, so ging der Kommerzienrat flussabwärts nach Teisnach. Zwischenzeitlich beschäftigte das Unternehmen bis zu 800 Mitarbeiter.
Erst vor wenigen Jahren wurde das Produktprogramm konsequent umgebaut. Pfleiderer Teisnach setzt auf die Produktion von Spezialpapieren und Nischenprodukte; dadurch konnte nicht nur kontinuierlich der Umsatz (derzeit etwa bei 40 Millionen Euro) der letzten Jahre gesteigert werden, sondern auch die Wertschöpfung des Betriebes. Mit drei Papiermaschinen werden 33 000 Tonnen produziert, angesichts eines Verbrauchs von 21 Millionen Tonnen Verbrauch in Deutschland eher ein geringer Marktanteil.

Aber Pfleiderer setzt auf Flexibilität und Spezialprodukte. So spielt der Marktanteil „Drucken+Schreiben“ eine untergeordnete Rolle. Im Bereich „Lebensmittelverpackung“ spielen die Teisnacher allerdings in der Champions League; so sind Markenprodukte wie Merci oder MonCheri in Pfleiderer-Verpackung gewickelt. Weltweit (über 50 Prozent Exportanteil) operiert das Unternehmen außerdem in den Bereichen „Dekoration+Verpackung“, zum Beispiel mit Luftschlangen und hauptsächlich in der Bauindustrie.

Den Handwerkern wurden alle Prozesse der Papierherstellung sowie die fast ausschließlich computergesteuerten Maschinen erklärt. Vom Mixer (Pulper), in dem der trockene Zellstoff oder das Altpapier in Wasser aufgelöst und zu Papierbrei verarbeitet wird, bis zum fertigen trockenen Papier ist es ein langer Weg - doch geht es in rasender Geschwindigkeit. Etwa eine Minute dauert es, bis aus dem nassen Brei fertiges Papier entstanden ist.
Zehn Auszubildende sind derzeit bei Pfleiderer in den Branchen Papiermacher, Schlosser, Elektriker und Kaufmann tätig. Im Regelfall übernimmt der Betrieb seine Lehrlinge, die Besten haben Möglichkeiten in der Fortbildung als Papiermacher-Meister oder Papiertechniker. „Nur mit qualifizierten Mitarbeitern können Qualität, Innovation und Kundenzufriedenheit“ aufrecht gehalten werden, betonte Produktionsleiter Fuhrmann.
Nach der Führung waren die Handwerker-Gäste noch zu einer Brotzeit in die Betriebskantine eingeladen. Vorstand Franz Wittmann bedankte sich bei den Verantwortlichen der Papierfabrik Pfleiderer mit einem kleinen Präsent.



Eine der drei Gruppen vor dem Verwaltungsgebäude mit Produktionsleiter Heinz Fuhrmann
(Vierter von rechts) und Handwerkervorstand Franz Wittmann (Mitte).

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