Atomanlage Temelin - Handwerkerverein Viechtach

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Atomanlage Temelin – nicht in Deutschland und doch so nah

AK Umwelt und Handwerkerverein besuchen den tschechischen Kernreaktor Temelin

Eine besondere Informationsfahrt führte der CSU-nahe Arbeitskreis Umwelt und der Handwerkerverein Viechtach gemeinsam durch. Besucht wurde die tschechische Atomanlage Temelin bei Budweis im Süden Böhmens. Alois Pinzl jun. der Kreisvorsitzender des AK Umwelt und auch Vorstand der Handwerker ist, begrüßte am vergangen Freitag dazu einen voll besetzen Bus.

Luftlinie sind es gerade einmal 60 km von der niederbayerischen Grenze zu der riesigen Atomkraftanlage. In zwei Reaktoren können bis zu 2000 Megawatt Energie in den riesigen Dampfdruck-Generatoren erzeugt werden. Temelin ist neben Dukovany eine von zwei Atomkraftanlagen in der die CSFR ihren Strom produziert. 40 % Atomstrom (zum Vergleich Deutschland: ca. 15 - 20 %) verwendet die tschechische Republik, dabei ist der Strom mit ca. 25 ct/KWh auch nicht billiger als in Deutschland.

Hochinteressant war der erste Vortrag, des Umweltbeauftragten der tschechischen Atombehörde zum Thema Wasser. Zur Kühlung wird Wasser aus der Moldau entnommen und angeblich sauberer als entnommen wieder rückgeführt.

Danach besichtigte, die in vier kleine Gruppen geteilte Reisgruppe, die umstrittene Atomkraftanlage. Von den riesigen vier Kühltürmen ging es weiter über den Maschinenraum der Generatoren zum Reaktor. Das „Endlager“ der hochgefährlichen verbrauchten Brennelemente befindet sich auf dem Gelände selber. Angst vor Strahlung haben nach Angaben der Dolmetscher selbst die Temeliner Einwohner kaum (75% der Bevölkerung befürworten demnach die Anlagen), wohl auch weil das Atomkraftwerk weit über 1000 Beschäftigte aus der Umgebung hat. Rund 3000 Besucher zählt man jährlich in der Atomanlage.

Das riesige Areal umfasst 125 ha, dafür wurden 5 Dörfer eingeebnet. Das Kraftwerk wurde von 1987 bis 2000 erbaut. In Betrieb genommen wurde der Reaktor des ersten Blocks im Jahre 2002. Ursprünglich waren 4 Reaktoren geplant, die Entscheidung, ob Reaktorblock 3 und 4 gebaut werden, fällt im September dieses Jahres. Baubeginn wäre dann 2015, so dass die Anlage etwa 2022 ans Netz gehen könnte. Exakt zu dem Zeitpunkt, wenn das letzte deutsche Kernkraftwerk außer Betreib genommen wird. „An Ausstieg aus der Kernenergie denken die Tschechen derzeit nicht“, so die Verantwortlichen auf Nachfrage.

Nachdem alle Mitfahrende auf ihre Strahlung untersucht wurden, verlies man den „Hochsicherheitstrakt“ des Geländes. Im Informationszentrum wartete ein weiterer hochinteressanter Vortrag zum Thema Entstehungsgeschichte der Kernspaltung auf die niederbayerische Umweltgruppe. Die Prozesse im Kraftwerk Temelin erfuhr man in Simulationen und originalgetreuen Nachbauten im Museum.

Mit einem mulmigen Gefühl fuhr die Reisgruppe weiter ins benachbarte Vodnany zum Abendessen. Im Bus war man sich schnell einig, Atomenergie darf keine Zukunft haben. Zu unbeherrschbar sind die Risiken von möglichen Störfällen und zu unsicher ist die Endlagerung der Brennelemente.

Vorsitzender Alois Pinzl dankte vor allem Brigitte Preißer für die Organisation, Martha Klimmer, die immer wieder als Dolmetscherin aushelfen musste und Mariele Preißer, die für alle Mitfahrenden Kaffee und Kuchen mitgebracht hatte. So sparten der AK Umwelt und der Handwerkerverein einige Euros ein, die den niederbayerischen Flutopfern gespendet werden.

Alle waren sich bei der Rückkehr gegen 20.°° Uhr einig: Die „Daheimgebliebenen“ hatten eine Menge versäumt.

Die 32 Besucherplätze waren in kürzester Zeit ausgebucht in verlebten eine hochinteressanten und vorzüglich organisierten Ausflug

Die beiden Organisatoren der Fahrt Brigitte Preißer und Vorsitzender von AKU und Handwerkerverein Alois Pinzl

125 ha umfasst die riesige Atomanlage, in der bis zu 2000 Megawatt Energie erzeugt werden können

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